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Der Plan (B) fürs Rad-Café

Vor einem Jahr, habe ich den Plan vom Rad-Café hier geteilt und seitdem ist Einiges passiert. Und obwohl mir bewusst war, dass Manches nicht von heute auf morgen voran geht, hat es sich anders entwickelt als ich dachte. Mir war klar, dass ich Durchhaltevermögen haben müsste, dass es aber auf solch eine Probe gestellt werden würde, ahnte ich nicht. Und ich wusste auch, dass sich die Rahmenbedingungen ändern könnten. Dass aber alle gut beraten sind, ihr Geld zusammen zu halten, weil Preise, Energie- und Lebenshaltungskosten explodieren, daran dachte ich als ausgemachter Optimist nicht. Und so kommt es, dass der Plan mit dem Rad-Café 2022 in die Umsetzung zu gehen, schlecht gealtert ist. Ich bin nach wie vor voller Begeisterung für die Idee und würde lieber heute als morgen loslegen. Und komme allzu schnell an meine Grenzen.

Der Plan war anders

Ich gehe vergleichsweise offen damit um, dass ich in meiner körperlichen Leistungsfähigkeit seit Monaten eingeschränkt bin. Das fing schon bald nach dem Teilen des Traumes vom Rad-Café im Herbst letzten Jahres an, begleitete mich über quälend lange Monate bis Ostern und wurde mit der Corona-Infektion nicht besser. Das hat in erster Linie nichts mit den Plänen zu tun, schränkt mich aber erheblich ein. Und auch, wenn es mir nicht schwerfällt darüber zu reden und dabei fleißig nach den Ursachen zu suchen, ist es doch vor allen Dingen eine Art Geduldsprobe. Nach knapp einem Jahr immer noch keine Diagnose zu haben und gleichzeitig bei kleinsten Belastungen aus dem Gleichgewicht zu geraten, ist wenig inspirierend. Und auch wenn mich Mut und Tatendrang nicht verlassen, ist die Einschränkung auf körperlicher Ebene umfassend und nicht zu ignorieren. Zuletzt habe ich feststellen müssen, dass auf dem Ergometer bei 200 Watt Ende der Fahnenstange ist. Draußen wäre das so eine Steigung an einer kleinen Autobahnbrücke. Wenn ich das Belastungs-EKG bis zu dieser niedrigen Grenze bestehe, schlafe ich danach fast ein. Keine guten Vorraussetzungen für kleinere oder größere Projekte wie das Rad-Café.

Ein Rad-Café am Rande…

…der Leistungsfähigkeit ist kein Traum. Und damit das ganze nicht zum Alptraum wird, muss Vieles stimmen. Denn neben meiner ganz persönlichen Herausforderung, hat sich ja auch die Gesamtlage deutlich verändert. Und zwar innerhalb von wenigen Monaten. Steigende Preise führen zu Zurückhaltung bei potenziellen Kunden und auch möglichen Partnern. Und die galoppierenden Energiepreise erhöhen die Nebenkosten für ohnehin schon teure Lagen mit hohen Mieten. Während ich also weiter nach Ladengeschäften suche, mit Vermietern und Partnern im Kontakt bleibe und nach Lösungen suche, tue ich dies mit einer gehörigen Portion Zurückhaltung. Einfach mal machen, ist ein knackiges Ziel. Blindlings irgendwo hinein zu stolpern ist wenig souverän. Hatte sogar zwischenzeitlich einen Bauwagen gekauft, weil ich dachte ich könnte damit verschiedenen Herausforderungen begegnen. Unter anderem auch als eine Option für eine Art mobiles Rad-Café. Das war aber blanker Aktionismus, den ich wieder eingefangen habe.

Der Traum besteht

Trotz dieser Erfahrungen und Rahmenbedingungen, fällt es mir nach wie vor schwer, nicht einfach loszulegen. Zuletzt habe ich das gemerkt, als ich super schöne Räume besichtigt habe, die ideal gelegen waren (siehe Bilder oben) und meine Phantasie beflügelt haben. Anders als beim Bauwagen hatte ich aber Zeit zu überlegen. Die Räume im ersten Stock sind nicht nur schwer zugänglich. Das Gebäude ist alt und die Kosten für Heizung und Miete würden wahrscheinlich schnell jedes vernünftige Maß sprengen. Diese Option ist daher – wie einige andere – nicht aufgehoben, aber aufgeschoben. Auch ohne persönliche Herausforderung und mit optimalen Bedingungen, hängt nach wie vor viel am Ort und auch an Mitstreitern.

Der Plan B für Rad-Café ist also: weiter schauen und nicht voreilig in etwas hinein rennen. In den kommenden Wochen bis zum Jahresende, werde ich mich vor allen Dingen um mein Buch kümmern, das in wenigen Wochen gedruckt vorliegen wird. Zumindest dieser Plan ist aufgegangen. Und auch dafür brauchte es ja Geduld und Durchhaltevermögen.

Die Geschichte geht weiter, der Traum wird wahr.