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Blogbeiträge

Klima: Luft nach oben

Über meine persönliche Klimachallenge, habe ich hier ja schon berichtet. Seit ich im letzten Jahr bei der Klima-App Codyo eingestiegen bin, habe ich nicht nur selbst fleißig CO2 gespart, sondern auch viel darüber gelernt, wie ich selbst und andere Menschen, aber auch Unternehmen mit dem Thema Klimawandel und Nachhaltigkeit umgehen. Ich war ehrlich gesagt etwas erstaunt, dass das Wissen rund um die Auswirkungen des Klimawandels und zum Beispiel den Möglichkeiten zum Beispiel der Kompensation eher geringer als mehr geworden ist. Kein Wunder also, dass viele Menschen nach eigener Aussage die Orientierung in Sachen Klima fehlt und sie in Bezug auf ihr eigenes Verhalten vor allen Dingen eines wissen: da ist noch Luft nach oben.
Auch um mich in den Themenkomplex einzuarbeiten und ein Webinar fachlich zu unterfüttern (siehe unten), habe ich mit der Historie der internationalen Klima- und Nachhaltigkeitspolitik beschäftigt. Und jetzt – fast fünfzig Jahre nach dem Erscheinen – selbst das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ gelesen. Ein leicht verständliches und gutes Werk, bei dem die Autoren vor allen Dingen zu Beginn Wert darauf legen, dem Leser das Thema exponentielles Wachstum nahe zu bringen.

Luft nach oben – die Idee zur App

Noch bevor es mit Codyo richtig los ging, hat meine Kollegin Pia genau zugehört. Im Rahmen eines Projektes zum Thema nachhaltige Mobilität, hat sie mehr als 5o Menschen nach ihrem Alltagsverhalten befragt. Ähnlich so, wie wir es zu Beginn des Projektes enera gemacht haben. Dabei stellte sich heraus, dass viele Menschen gerne etwas ändern würden, ihnen aber häufig die Orientierung und der Maßstab für nachhaltiges Verhalten fehlt. Dies bestätigen jetzt auch aktuelle repräsentative Untersuchungen. „86 % der deutschen Haushalts(mit)entscheider*innen finden es nicht immer leicht zu entscheiden, was tatsächlich nachhaltig ist und was nicht.“ Bei unseren qualitativen Befragungen sagten viele schlicht „da ist sicher noch Luft nach oben“ und die Idee einer CO2 App für den Alltag war geboren.

Klima? Wissen wo es lang geht

Wenn man in den Rückspiegel schaut, kann man sich diese Orientierungslosigkeit nicht so richtig erklären. Im Grunde war schon Anfang der 70iger Jahre vieles klar, wenn auch (nicht nur in Sachen Klima) nicht alles im Detail bekannt. Damals erschien das Buch „Die Grenzen des Wachstums“, das bislang 30 Millionen Mal verkauft wurde. Es fand auch erstmals eine internationale Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Stockholm statt – 20 Jahre vor dem „Weltgipfel“ in Rio 1992. Dass die vom Club of Rome beauftragten Autoren so viel Wert auf die verständliche Erläuterung der Effekte exponentieller Prozesse legten, erscheint gerade in der aktuellen Situation und Kommunikation rund um die Pandemie mehr als sinnvoll. Wenn seitdem auch mehr als genug Zeit vergangen ist, Menschen dieses Verständnis näher zu bringen. Wir sind wohl eher Meister im verdrängen. Und ich nehme mich da durchaus nicht aus: ich musste das Buch und seine Prognosen, die sich in weiten Teilen in nachfolgenden Betrachtungen bestätigt haben, zunächst erst einmal verdauen. Wie können wir trotz allem weiter machen wie bisher?

Kleine Schritte, lernen, verstehen

Wie ich finde eindrucksvoll, hat die Journalistin Sara Schurmann in einem Thread darüber reflektiert, wie sie selbst dem Thema Klima bzw. Klimakatastrophe so wenig Aufmerksamkeit entgegen bringen konnte.

Und ja: das ist persönlich und aus meiner Sicht weit weniger peinlich, als man meint. Es geht jetzt darum, zu reflektieren und das was damit verbunden ist auch auszuhalten. Anstatt weiter zu verdrängen und nicht zu handeln. Denn das ist keine Option mehr. Vielleicht liest man jetzt lieber ein fast 50 Jahre altes Buch (gerne auch gebraucht, spart CO2) oder lädt sich eine App herunter um im Alltag CO2 zu sparen. Oder man beschäftigt sich mit der Frage, welche psychischen Muster zur Verdrängung führen und was man in der Kommunikation anders machen kann.

Und vielleicht ist noch in anderer Hinsicht „Luft nach oben“? Vielleicht beschäftigen wir uns nicht nur mit dem Klima und den CO2 Emissionen, sondern insgesamt mit dem Thema Nachhaltigkeit und auch mit Biodiversität, Bodenschutz und Artenvielfalt. Und mit den natürlichen Grenzen des Wachstums.

Links
Rothmund Insights Studie
Online Handbuch Klimahandbuch
Krautreporter Schwerpunkt Wachstum

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