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Blogbeiträge

New Work: die eigene Garage wird zum Workspace

Die Geschichte mit der Garage, aus der die großen Start-ups hervor gingen, ist so etwas wie ein moderner Mythos. Für mich gehört Dinge in die Tat umzusetzen, Träume zu verwirklichen, ausprobieren zu einer neuen Art zu arbeiten. New Work ist zum Schlagwort geworden und Arbeiten soll mit Sinn erfüllt sein, Spaß machen und den eigenen Antrieb – unsere tiefste Motivation – unmittelbar bedienen. Aber was ist das, was wir „wirklich, wirklich tun“ wollen. Ich möchte es gerne heraus finden und nach vielen verschiedenen Ideen, nachdem Brooklyn real geworden ist und ich vor nun mittlerweile drei Jahren dieses Blog gestartet habe, wird es Zeit, dem ganzen Raum zu geben. Und das meine ich ganz praktisch: ich habe damit angefangen meine Garage, in der ohnehin nie ein Auto stand, in eine „Garage 2.0“ umzuwandeln. Eine Art Workspace für neues Lernen und Arbeiten. Raum, der um mich herum zur Verfügung steht, der anregt und zum Ausprobieren einlädt.

Start-up Garage

Nein, ich will nicht tatsächlich ein Unternehmen in meiner Garage in Büppel aus der Taufe heben. Dafür mangelnd es mir einerseits an konkreten Ideen und andererseits weiß ich gar nicht, ob sich der Raum dafür eignen würde. Wofür sich die Garage, in der nie wirklich ein Auto stand, eignet, kann ich hingegen ganz genau beschreiben: hier ist Platz. Raum um neue Ideen auszuprobieren, zu schrauben, zu werken, sich inspirieren zu lassen und kreativ zu sein. Wie in einem Atelier (und ich bin genau so wenig Künstler wie Unternehmer). Weiterer Vorteil ist, dass die Garage unmittelbar an das Wohnhaus angeschlossen ist. Man erreicht sie über einen kleinen Flur und sie vermittelt für mich damit die ideale Verbindung von wohnen, leben und arbeiten. Und das ein Wohnhaus durchaus geeignet ist, um als Testlabor zu dienen, haben wir genau an dieser Stelle schon mehrfach bewiesen.

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New Work auf dem Dorf

Ich mache das nicht für andere, ich mache das für mich. Einen Ort zu haben, an dem ich entwickeln und Dinge ausprobieren kann, hat nichts mit unselbstständiger Arbeit als Angestellter oder überhaupt Broterwerb zu tun. Ich schreibe das hier so deutlich, weil dieser Gedanke im Zusammenhang mit neuer Arbeit – New Work – völlig neu für mich war. Und er hatte Einfluss darauf, was als nächstes zu tun war und wie es geschah.
Mir wurde bewusst, dass trotz aller technischer Unterstützung, trotz Blog, digitaler Hilfsmittel und Netzwerke, mein Fokus auf dem konkreten Erproben und dem Tun liegt. In diesem Zusammenhang, erlebe ich offene Raumkonzepte als hilfreiche, wenn nicht sogar notwendige Rahmenbedingung. Platz um Dich herum erlaubt tatsächliche Bewegungsfreiheit. Raum dafür bereit zu halten bedeutet auch, diesem Raum „keinen anderen Namen zu geben“, ihm keine andere Nutzung zuzuschreiben. So einen Raum für sich selbst zu haben ist absoluter Luxus. Am Ende ist es wohl kein Zufall, dass die legendären Start-up Gründungen in der Garage stattfanden. Wo auch sonst? Im Wohnzimmer oder in der Küche?

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Von der Garage zum Workspace

Mein neuer Workspace ist Teil meines Hauses, das vor genau 20 Jahren gebaut wurde. 1999 irgendwo im Moor auf dem platten Land in der Nähe des Jadebusens. Auch damals schon ganz handwerklich praktisch und mit den eigenen Händen. Die genaue zukünftige Nutzung der Garage, ist mir immer noch nicht ganz klar. Aber die Funktion kann ich wie oben beschrieben ganz gut fassen. Frei nach dem Motto „Form Follows Function“ fing ich also an, den bislang eher stiefmütterlich behandelten Stauraum nach und nach auszuräumen. So das vor allen Dingen eines entstand: Platz. Der Baukörper selbst ist wie das Haupthaus eine Holzrahmenbaukonstruktion. Ich hatte die Innenarbeiten vor zwei Jahrzehnten nicht zu Ende geführt und muss dementsprechend vor allen Dingen erst einmal spachteln, schleifen und malen. Es entsteht ein schlichter, großer, vor allen Dingen in weiß gehaltener Raum. Ein neues Lichtkonzept führt zu einer optimalen Ausleuchtung. Selbst an langen Wintertagen wird es mit der neuen LED-Beleuchtung quasi taghell in diesem Raum sein.

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Mit eigener Hände Arbeit

Mir ist schon klar, dass der Umbau an sich, das Gestalten und Entwickeln aber vor allen Dingen auch die handwerkliche Arbeit, bereits Teil des Prozesses ist. Da entsteht ein Raum und weil ich ihn für den zukünftigen und dennoch nicht näher spezifizierten Zweck gestalte, ist da eine Art „Brücke in die Zukunft“. Auf diese Art und Weise entsteht die Idee, den „kleinen“ Flur der baulich würfelförmig in die Garage ragt mit einer Fototapete zu gestalten. Auf einmal scheint auf diese Art und Weise, ein Container mitten im Raum zu stehen.
Die Räder, die sich im übrigen zahlreich auch im Rest des Wohnhauses befinden, sollen Platz finden ohne Platz weg zu nehmen. Auch hierfür finden sich verschiedene Lösungen. Die Wände sollen mit klaren, großen Strukturen gestaltet werden und weil ich gerne großformatig zeichne und entwerfe, entsteht die Idee einer beschreibbaren Tafelwand. Auf diese Art und Weise bekommt der Raum ein ansprechendes und anregendes Antlitz. Licht und Gestaltung haben dem ursprünglich funktionalen Charakter eine kreative Note abgerungen. Ohne dabei die Bodenständigkeit eines Werkraumes hinter sich zu lassen. Für den Moment, bin ich mit dem Zwischenergebnis ganz zufrieden.