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Blogbeiträge

Warum ich immer wieder an der Ruine vorbeikomme

Das zweite Buch ist demnächst fertig und liegt dann hoffentlich bald druckfrisch im Handel. Es geht um die Zeit in der ehemaligen Tankstelle, das Frankys und das Rad-Café in Varel zuvor. Zwischennutzungen, die ich umgesetzt habe, weil ich vor ziemlich genau zwanzig Jahren eine Idee zu Papier gebracht hatte, die mich nicht mehr los gelassen hat. Ein Rad-Café in einer Kleinstadt, das ich mit Leben erfüllen wollte. Ein Begegnungs- und Veranstaltungsort rund ums Rad, aber auch für (Rad-)Kultur, Musik, Radsport, Freizeit und Reisen. Damals haben wir Fahrradtage veranstaltet und saßen zur Planung mit ein paar Aktiven in der Kleinen Straße in Varel, in der Fußgängerzone. Unweit der „Ruine“, die schon damals an manchen Stellen so aussah, als möchte sie im nächsten Momenten unter ihrer eigenen Last einstürzen. An diesem Zustand hat sich bis heute nicht viel geändert, in der Straße gibt es eine neue und größere Gastronomie direkt gegenüber in einer ehemaligen Scheune. Und das ganze Ensemble mit den großen Baumkronen, Klinkermauern und der schräg zur Baulinie angeordneten Ruine bildet eine malerische Kulisse. Ein kleiner Platz, ein verwunschener, weitgehend unbelebter Ort. Vielleicht der heimlich schönste Platz in dieser Stadt.


Und weil mich dieser Traum trotz der zwischenzeitlichen, temporären Umsetzung der Idee in Oldenburg und Varel nicht loslässt und die Ruine dort immer noch ungenutzt wie ein verwunschenes Märchenschloss genau an dieser Stelle steht, kehre ich immer wieder in Gedanken und tatsächlich dorthin zurück. Ich esse mein Eis auf der Bank, das ich vorne in der Straße bei Costatin kaufe und wünschte mir, die Tür würde sich im übertragenen Sinne für mich öffnen und der Traum genau dort Realität werden. Nicht für ein paar Wochen oder Monate, sondern für ein paar Jahre. Nicht als unfinanzierbares oder illusorisches Großprojekt, sondern als Vorhaben, dass von Anfang an zum Mitmachen einlädt. Und in Zukunft ein Begegnungsort sein kann, der vielleicht sogar ein bisschen unzulänglich bleibt. Und gerade durch diesem Charakter die Richtigen zum Mitmachen einlädt.

Das historische Gebäude steht auf einem winzig kleinen Grundstück. Auf der Rückseite befindet sich ein kleiner Garten und an diesem Giebel ein eingefallener Anbau. Ich habe kein Gebäude gefunden bislang, dass so gut für meine Idee geeignet wäre wie dieses. Es ist ein bisschen wie bei der Tankstelle in Oldenburg, die auf so unnachahmliche Art und Weise die Straßenecke an der Kaiserstraße leise dominierte und die Sonnenstrahlen, dem Verfall zum Trotz, einsammelte. Dazu dann mehr im Buch.

Wenn man genau hinsieht, erkennt man über der Tür die Reste einer Inschrift. Was es damit an diesem Wohnhaus auf sich hat, kann ich nicht beantworten.