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Blogbeiträge

A Winter´s tale

Mein Winterurlaub geht zu Ende. Erneut, waren wir über die Feiertage unterwegs, haben uns dann aber entschlossen Silvester und den Jahresbeginn zu Hause zu verbringen. Ich habe auf- und ausgeräumt, geschrieben, wir haben Schallplatten gehört, Serien geschaut und ja: auch Pläne für das kommende Jahr gemacht. Dazu an anderer Stelle mehr. Für heute muss das Nachstehende – in aller Belanglosigkeit – reichen.

Zwischen den Jahren unterwegs

Mittlerweile hat es schon etwas von Tradition: Vor drei Jahren waren wir zu Silvester in Barcelona und in den Wochen darauf bis nach Portugal unterwegs. Letztes Jahr war es Antwerpen zu Weihnachten und Paris zum Jahreswechsel. Dieses Mal sind wir bereits an Heiligabend gestartet und es ging nicht ganz so weit weg – bis nach Köln sind wir gekommen. Und haben an den Weihnachtstagen das Haus der Geschichte in Bonn besucht und das niederländische Roermond. Alles nicht sonderlich originell – was man alleine an der schieren Zahl der anderen Besucherinnen und Besucher an allen drei Orten – ablesen konnte. Und doch hat sich die Stippvisite in Köln und Umgebung gelohnt. Die Ausstellung im Haus der Geschichte und damit ein Besuch, ganz besonders.

Analoges sortiert

Auf dem Weg zurück, haben wir dann noch der Schallplattenbörse in Köln einen Besuch abgestattet. So dass zum Jahreswechsel einiges an Vinyl auf dem Plattenteller im Wohnzimmer landete. Passend zu diesem analogen Vergnügen, habe ich mich daran gemacht die alte Modellbahn auszusortieren. Die hatte ein Jugendlicher vor fast vierzig Jahren so verpackt, als wolle er irgendwann einfach wieder mit dem Aufbau und seinem Hobby anfangen. Eine ganz besondere Zeitreise war das Auspacken der zahlreichen Kartons. Denn dieser Jugendliche war ja ich und die Modelle und -autos, dazu teils selbst gestaltete Hausmodelle, waren und sind ein Spiegel der damaligen Zeit. Darum hat das eine Menge Spaß gemacht. Während also Pink Floyd, Sting oder auch die Foo Fighters und Pearl Jam auf dem Plattenteller lagen, sortierte ich Märklin-Züge, Faller-Häuser und Wiking-Autos. Die zahlreichen Modellhäuser, haben dann am Neujahrstag noch einen neuen Besitzer bekommen. Denn eins scheint sicher: mit dem Modellbau beginne ich so schnell nicht wieder.

F A R G O

Und dann kam der Winter. Und passend dazu die Begeisterung für eine abstruse Serie, die passenderweise fast ausschließlich im verschneiten Minnesota spielt. „Fargo“ baut in fünf Staffeln auf dem gleichnamigen, frostig-schönen Film der Coen-Brüder aus dem Jahr 1996 auf. Und macht sich dabei die langsame und zugleich unausweichliche Erzählweise der genialen Regisseure zu eigen. Der Film, die Serie und ein Portrait der Coens auf Arte (noch bis März verfügbar), sei allen Interessierten ans Herz gelegt.

Dazwischen ging´s ab aufs Rad und für die Wärmepumpe gab´s den ersten Härtetest – inklusive Wintersturm und Minus 12 Grad Celsius Außentemperatur. Drinnen wurde es warm.

Epilog

Die Sonne scheint, der Sturm ist vorüber gezogen. Wäre es nicht schön, wenn die Welt um uns herum ähnlich vorhersehbar wäre, wie das Wetter und seine Kapriolen? Und sich das neue Jahr nicht bereits nach einer Woche so anfühlt, als würde es sich aufschwingen innerhalb kürzester Zeit mit den vergangenen mithalten zu wollen?

Ich habe immer noch weniger Antworten als Fragen – und das geht schon seit einiger Zeit so. Nachdem das Jahr 2026 so gestartet ist, wie es eben gestartet ist, habe ich mich an den 6. Januar vor fünf Jahren erinnert. Wie ich nachts nicht einschlafen konnte, unter dem Eindruck dessen, was ich da gerade rund um den Sturm aufs Kapitol im Fernsehen gesehen hatte. In einer Zeit, als wir alle Pläne gemacht haben, nur um sie im Zweifel wieder zu verwerfen. Pandemie, Lockdown und ein Jahr später dann sogar Krieg in Europa. Seitdem kommt die Welt anscheinend nicht mehr richtig zur Ruhe und man muss aufpassen, dass man bei dem Versuch dem ständigen Alarmzustand zu entkommen, nicht in Apathie verfällt. Sich ins Private zurückzieht, das Belanglose.

Passend dazu, liegt nach einem eindrucksvollen Wintersturm die Landschaft hier, unter einer dicken Schneeschicht, frostig und klar vor dem Fenster. Die Anspannung davor, war nicht umsonst. Auch wenn jetzt die Sonne scheint. Es war eine angemessene Vorbereitung auf ein vorgezeichnetes Ereignis, dessen Auswirkungen unklar waren. Ich wünschte, ich könnte die Situation auf der Welt auch nur annähernd so gut einordnen.