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Blogbeiträge

Was kommt, was bleibt?

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so recht, was das neue Jahr bringt. Auch, wenn es sich manchmal genauso anfühlt wie in dem Titelbild von Laur Raboj: in den letzten fünf, sechs Jahren ist so viel passiert, dass diese Form der Unbestimmtheit sich auch gut anfühlt. Das übervolle Jahr 2024 klingt immer noch nach. Und keine konkreten Pläne zu haben, fühlt sich an wie Luxus. Ich habe mir also nicht allzu viel vorgenommen und insofern ist das an dieser Stelle auch kein klassischer Jahresrückblick mit entsprechendem Ausblick. Sondern eher ein Tagebuch-Blogeintrag „im Dezember“ (analog zu November).

Mit Kalle durch das Jahr

Unser Bus „Kalle“ ist jetzt zehn Jahre bei uns. Damals aus dem aktiven Dienst beim gemeinsamen Arbeitgeber ausgeschieden, begleitet er uns seitdem regelmäßig durch das Jahr. Im Laufe der Zeit bis ins Baltikum im Norden und Portugal im Süden. Zuletzt zum Beispiel im Sommer dieses Jahres bis nach Wien und im Herbst nach Dänemark. Das soll am liebsten auch so bleiben, weil das mittlerweile 20 Jahre alte Fahrzeug sich sowohl im Alltag, als auch für unsere Reisezwecke als außerordentlich praktisch erwiesen hat. Groß und geräumig im Gegensatz zu einem PKW und dennoch kompakt, obgleich ohne besonderen Komfort auf Tour. Ob Kalle bleibt, werden die ersten Wochen des neuen Jahres zeigen. Denn die anstehende TÜV-Prüfung wird sich mit rostigen Achsen sowie weiteren Baustellen und daraus resultierenden Kosten beschäftigen. Ein erster Kostenvoranschlag war zunächst wenig ermutigend und es wird sich zeigen, was die Prüfung und Abwägung ergibt.

Wenn alles gut geht, soll es im Sommer wieder gemeinsam auf Tour gehen. Grobe Richtung Balkan, weil da waren wir ja noch nicht.

Die alte Werkstatt

Ob, und in welchem Umfang der „Rentner Kalle“ uns bei einer anderen Aufgabe unterstützen kann, wird sich also zeigen. Denn zum Alltag zählen hier ja immer wieder auch kleinere und größere Transportaufgaben durch Projekte und Ideen. In diesem Fall geht es um die alte Tischler-Werkstatt meines Vaters, die am Rande von Oldenburg in einen fast musealen Dornröschen-Schlaf liegt. Hier hat mein Vater knapp 40 Jahre selbstständig gearbeitet und wahrscheinlich ist der Staub, der sich heute über historische Maschinen, Furnier und Bohlen legt über all die Jahre gesammelt. Da ich selbst Zimmermann und kein Tischler bin, habe ich oft keine konkrete Verwendung für Abrichter, Dickenhobel oder Drehbank. Und dennoch möchte ich der alten Werkstatt neues Leben einhauchen, aufräumen, vielleicht die eine oder andere sperrige Maschine aussortieren und Platz für etwas Neues schaffen. Was kommt und was bleibt? Das ist ähnlich unbestimmt. wie der Zeitplan.

Gelesen und geschaut

Ein Film mit Kevin Costner und Jennifer Grey – ein Klassiker – ist von dieser Einordnung her vielleicht irreführend, aber unbedingt sehenswert. Weniger für Romatiker:innen, als für Freund:innen kultiger Fahrradfilme. „American Flyers“ ist ein Film aus dem Jahr 1985, voller Klischees und ganz, ganz schlechter Dialoge. Aber auch mit starken Frauen (in diesem Fall gehört die Rolle von Jennifer Grey definitiv nicht dazu) und jeder Menge Fahrrad-Action – inklusive Cameoauftritt von Radsport-Legende Eddy Merckx. Ich hatte Spaß beim (erneuten) Schauen. Gefunden habe ich ihn zum Leihen bei YouTube.

Unbedingt sehenswert, ist die erste Dokumentation von Ingwar Perowanowitsch. Der hat sich entschieden, seinen Film „Cycling Cities“ ebenfalls bei YouTube zum Download zur Verfügung zu stellen. Ingwar hat sich aufs Rad gesetzt und hat verschiedene Radmetropolen in Europa bereist. Auf seiner rund 2.000 Kilometer langen Reise, traf er Menschen in Paris, den Niederlanden, Hamburg und Kopenhagen. Heraus gekommen, ist eine sehenswerte Momentaufnahme fahrradfreundlicher Entwicklungen. Und so hoffentlich auch ein inspirierender Blick in die Zukunft anderer Orte.

Was zum Anfassen, gibt es jetzt in Bremen. Das erste „We Ride Magazin“ für Bremen, liegt an verschiedenen Stellen kostenlos aus. Unter anderm mit Portraits von Velo Lab und Bike IT! -Gründer Jens Joost-Krüger. Eine tolle Initialzündung des Radkultur-Magazins in der Hansestadt. Das Team rund um Gründerin Anne (Hutschi) hat sich viel Mühe gegeben und sie wissen auch, was sie 2026 vorhaben: zwei weitere Ausgaben, soll es im kommenden Jahr für Bremen geben. Online findet ihr das Magazin hier.

Bedanken möchte ich mich bei Laur Raboj dafür, dass ich seine Zeichnung als Titelbild benutzen durfte.

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