Neulich im Kino)* fragte mich jemand, ob ich überhaupt noch blogge? „Klar blogge ich noch,“ war meine Antwort, aber der letzte Artikel ist schon ein bisschen her. Er handelt davon, dass ich vorhabe ein weiteres Buch zu schreiben. Und genau das habe ich seitdem getan. Ich bin zu meinem Verlag gegangen und habe die Idee gepitcht, habe geschrieben und Interviews samt Fotos für Portraits vorbereitet, die im Buch vorkommen sollen. Außerdem habe ich die Arbeit mit einem Co-Autoren intensiviert und alles in allem bin ich auf einem guten Weg. Ich bin in wenigen Wochen wirklich weit gekommen und das neue Buch wird auf jeden Fall noch 2026 erscheinen. Im Jubiläumsjahr meines Blogs, by the way. Zehn Jahre, in denen ich viel gelernt und Träume mit Leben gefüllt habe. Auch solche, die ich vielleicht ohne dieses Blog im ersten Buch gar nicht geteilt hätte. Das zweite Buch handelt von dem, was nach der Veröffentlichung passiert ist. Vom Rad-Café in Varel, von der Suche nach einem weiteren geeigneten Ort und der Tür die sich buchstäblich für mich öffnete, als ich die Tankstelle in der Kaiserstraße in Oldenburg mieten konnte. Das wird kein Bestseller, aber für alle die daran beteiligt waren und auch die die verstehen wollen, was es mit dem Pop-up Frankys auf sich hatte, ist es hoffentlich eine spannende Lektüre mit guten Bildern.
Mein neuer Verlag ist der alte
Bei meinem Verlag, kann man einfach hereinspazieren. Ich hatte gerade beschlossen das zweite Buch auf jeden Fall zu schreiben – zur Not auf eigene Faust mit Satz und Print on demand – als ich an einem Freitag durch den Nebeneingang und durch die Druckerei in das eigentliche Verlagshaus ging. Überall wurde ich begrüßt wie ein alter Bekannter und auf die Frage nach einem neuen Projekt antwortete ich noch unbestimmt. Aus dem „schauen wir mal…“ wurde an diesem Tag ein konkreter Plan. Mein Gespräch mit dem Verleger Florian Isensee war so positiv, dass wir uns schon zwei Tage später einig wurden. Das Buch soll quasi vom Format und Umfang eine Art Fortsetzung des ersten Buches „Life Cycle“ werden. Und es schließt unmittelbar zeitlich und inhaltlich an die Entwicklung an. Hatte ich doch im letzten Kapitel des Buches den „Traum vom Rad-Café“ geteilt, der bereits wenige Wochen später Realität werden sollte. Und spätestens mit dem Anmieten der ehemaligen Tankstelle in Oldenburg im gleichen Jahr, entspann sich eine bemerkenswerte Geschichte. Und die habe ich aufgeschrieben.

Chronologisch mit Anfang und Ende
Es fiel mir tatsächlich auf einmal leicht, die Geschichte und die Ereignisse einfach herunter zu schreiben. Denn das Ganze folgt einem klaren Narrativ: von den ersten Anfängen in Varel über die Suche in der Zwischenzeit bis zum Programm über rund 14 Monate in Oldenburg. Ich wollte unbedingt vermeiden, dass das eine reine Aufzählung von Ereignissen wird und gehe daher auch auf viele Hintergründe, Kooperationen und Stolpersteine ein. Jedes Kapitel schließt mit einer Art Checkliste ab, von der Menschen profitieren können die etwas Ähnliches vorhaben. Do´s and Don´ts wenn man so will. Lange Zeit sah es so aus, als ob das Projekt in der Tankstelle zum Scheitern verurteilt wäre, obwohl es noch gar nicht angefangen hatte. Und auch wenn letztlich alles mehr oder weniger geklappt hat, gab es doch ein paar Herausforderungen. Davon möchte in diesem Buch gerne berichten. Und weil ich das alles nicht alleine gemacht und erlebt habe, kommen auch andere zu Wort.









Portraits von Wegbegleiter:innen
Ich hatte schon einiges zu Papier gebracht, als mich eines Morgens ein seltsames Gefühl beschlich: ich kann ja viel erzählen, aber sollten nicht auch andere Menschen zu Wort kommen? Denn der Blick auf das Frankys ist mit Sicherheit so vielschichtig wie die der Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Und davon gab es eine Menge. Viele Dinge und der gesamte Umfang an Aktionen wären nicht denkbar gewesen, wenn diese Menschen nicht selber aktiv geworden wären. Noch am Frühstückstisch erstellte ich eine Liste und schrieb Nachrichten. Bis zum Mittag, hatten fast alle Ansprechpartner:innen zugesagt. Sie würden meine Fragen, die ich mit dem Eintrag in ein „Freundschaftsbuch“ umschrieb beantworten und in Wort und Bild im neuen Buch erscheinen. Eine weitere Person und ihre Perspektive spielt eine besondere Rolle. Jemand, der durch seine Arbeit ganz eigene Antworten zum Thema der Zwischennutzung fand.

Vom Nicht-Ort zum Frankys
Stephan Lantow hatte seine Masterarbeit über die alte Tankstelle und ihren Weg vom Un-Ort zum Möglichkeitsraum geschrieben. Mit ihm telefonierte ich noch am selben Tag und er erklärte sich bereit, mit mir beim Buch zusammen zu arbeiten. Seither sind wir in einem intensiven Arbeitsprozess und Austausch. Und auch ein weiterer Freund und Mitstreiter ist wieder an Bord: mein Lektor Michael Sellhoff begleitet mich auch beim zweiten Buchprojekt. Ich hatte schon ganz vergessen, wie viel Spaß die gemeinsame Arbeit an solch einem Projekt macht. Und natürlich ist das auch ein willkommener Anlass Menschen zu treffen und noch einmal in die Erinnerung abzutauchen.
)* im Casablanca-Kino in Oldenburg lief der Film „Same Sun“ von und mit Wiebke Lühmann. Ich durfte das Q&A moderieren, das hat Spaß gemacht. Wenn ihr den noch nicht gesehen habt: unbedingt anschauen – Termine gibt´s hier
